Die Lichter von Hoi An, eine wirklich lange Zugfahrt und ein, zwei Mofas in HCMC 

Ich bin also zurück in Asien und habe mich rasch wieder eingewöhnt. Das fällt nicht besonders schwer, langsam habe ich Übung darin...

Auch wenn doch jedes Land so seine Spezialitäten hat. Hier in Vietnam ist es zum Beispiel üblich, ja sogar vom Staat vorgeschrieben, dass man als Tourist im Hotel seinen Reisepass an der Rezeption abgeben muss. Ich habe darüber in diversen Reiseportalen und auch im Reiseführer schon gelesen, daher wusste ich Bescheid. Als ich vor dem Buchen bei booking.com die Bewertungen von meinem Hotel angeschaut habe, konnte sich ein Urlauber (ich sage nicht aus welchem Land...) grausam darüber aufregen was doch das für ein Sch...schuppen sei weil die ihm seinen Pass abgenommen haben. Was den nun sei wenn ihm etwas passieren sollte und er keinen Ausweis dabei habe... Erstens: Wenn man sich doch vor einer Reise in ein fremdes Land auch nur ein wenig über die Gepflogenheiten informieren würde... Und zweitens: schon mal was von Kopie gehört?? Schade für das Hotel, das jetzt eine negative Bewertung im Portal hat! Ich habe es glücklicherweise trotzdem gebucht, denn es ist toll.

Ich gebe also meinen Pass ab, hoffentlich vergesse ich das Teil bei der Abreise nicht!! 

 

Hoi An ist wirklich ein Highlight. Die hübsche Altstadt hat die letzten 200 Jahre fast unverändert überdauert, man fühlt sich wirklich wie in einem Freilichtmuseum. Allerdings muss man beim Eintritt in den Altstadtbereich erst mal zahlen. 120'000 Dong pro Person und Aufenthalt, also rund 6 CHF. Das kann man verschmerzen würde ich sagen, zumal im Preis inbegriffen auch fünf frei wählbare Sehenswürdigkeiten sind, die man je nach Wunsch dann ohne weitere Kosten besichtigen kann. Ich kaufe mir also ein Ticket und starte meine Erkundungstour. Ich schlendere durch die schmalen Gassen und schaue mir zwei der ältesten Häuser von innen an. Die alten, schmalen aber bis zu 60m langen Häuser werden oft seit Generationen von der gleichen Familie bewohnt. Im Vorderhaus findet man meistens einen Laden oder eine Werkstatt, ein Innenhof dient dem Lichteinfall und der Belüftung während sich im hinteren Teil des Hauses das Wohn- und Schlafzimmer sowie die Wirtschaftsräume befinden. In der Regel gibt es einen Hinterausgang auf die nächste Parallelstrasse. Die Häuser bestehen meistens aus dem Erdgeschoss und einem 1. Stock. Im Boden im 1. Stock ist immer eine Luke eingebaut, die sich im Falle von Hochwasser innert Sekunden öffnen lässt und durch die dann Möbel und andere wichtige Dinge schnellstmöglich von den Wassermassen nach oben in Sicherheit gebracht werden können. Und Hochwasser gibt es hier immer wieder, nicht selten steht dann das komplette Erdgeschoss unter Wasser. 

Natürlich sehe ich mir auch den Markt an, wie überall wo ich bin. Frische Früchte und Gemüse in allen Farben, Fisch, Fleisch, Meeresfrüchte, frische Nudeln, Gewürze, Reis in allen möglichen Varianten - ein Schlaraffenland. Und so kann ich dann auch nicht mehr länger warten. Jetzt muss die erste vietnamesische Mahlzeit her... Ich entscheide mich für ein Cao Lau, eine Nudelspezialität die es nur hier in Hoi An gibt. Und zwar an einem dieser Puppenstubentische mit Ministühlchen am Strassenrand. Hier muss das Essen einfach gut sein. War es auch. Schon beim Zuschauen läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Frische Nudeln werden kurz erhitzt und in eine Schüssel gegeben, dann werden diverse Gemüse und Kräuter darüber geschichtet, zum Schluss ein paar feine Rindfleischstreifen. Das Fleisch ist bereits vorgekocht, alles geht also sehr rasch. Dann werden aus diversen Döschen und Fläschchen verschiedene Sossen und Gewürze darüber gegeben und ganz zum Schluss wird ein wenig von einer stundenlang vor sich hin köchelnden, köstlich duftenden Fleischbrühe darüber gegossen. Himmlisch. Und kosten tut das Ganze dann sagenhafte CHF 1.50. 

 

Leider ist das Wetter nicht mehr ganz so toll wie in den letzten 9 Wochen. Wir sind ja auch in Zentralvietnam, also nicht mehr in den Tropen. Allerdings müsste es schon ein paar Grad wärmer sein um diese Jahreszeit, leider haben wir gerade ein kleines Tief lasse ich mir erklären. Also damit wir uns richtig verstehen, nicht mehr so gut heisst es ist zwar bewölkt aber immer noch um die 20 Grad warm. Vom Regen, von dem in sämtlichen Prognosen die Rede ist, ist weit und breit nichts zu sehen. Jammern auf sehr hohem Niveau also. Aber man ist halt verwöhnt. Und mittlerweile etwas verweichlicht. Ich muss tatsächlich das vorsorglich eingepackte Halstuch aus der Tasche kramen weil ich friere... Bis jetzt brauchte ich das Teil nur auf dem Weg nach Zürich an den Flughafen und in den bis zum geht nicht mehr klimatisierten Bussen in Kambodscha und Thailand.

 

Nach der langen Reise von Sydney über Kuala Lumpur nach Da Nang, dem kaum vorhanden Schlaf und der direkten Weiterreise nach Hoi An bin ich nach meiner Nudel Mahlzeit auch Nudel fertig. Ich schleppe mich zurück ins Hotel, nur ein Stündchen hinlegen und dann die schönen Lichter am Abend geniessen... So weit der Plan. In Wirklichkeit bin ich um kurz nach fünf am Nachmittag eingenickt und um halb ein Uhr Nachts wieder aufgewacht. Immer noch mitsamt Halstuch wohlbemerkt. Jetzt können mir die Lichter gestohlen bleiben. Raus aus dem Halstuch, rein in mein Reise-Seiden-Pyjama, Zähne putzen, weiter schlafen. 

Am nächsten Morgen starte ich ausgeschlafen und topfit in den Tag. Ich schaue mir die restliche Stadt an, gehe shoppen und setze mich in einem der vielen schönen Restaurants direkt am Flussufer auf die Terrasse und trinke einen Kaffee. Der Kaffee hier in Vietnam ist wirklich saumässig lecker. Ich finde ihn sogar besser als in Italien... Pssssst. Da heute sogar die Sonne ein wenig hervorblinzelt entscheide ich mich für einen Ice Coffee mit Milch. Also diese unendliche süsse Kondensmilch aus der Dose. Die, die jedes Kind mag, aber nie kriegt, weil es viel zu süss und viel zu ungesund ist. Aber jetzt bin ich 40 und mache was ich will... Also bestelle ich gleich noch einen zweiten. Jawohl nämlich. Dafür fällt das Mittagessen aus. Dabei überlege ich mir, was ich am nächsten Tag noch anstellen könnte. Eigentlich wollte ich ein Fahrrad mieten und an den Strand radeln, aber die Wetterprognose lässt nichts Gutes hoffen. In vielen Restaurants werden Cooking Classes angeboten. Das wär doch was! Ich klappere also die Restaurants ab und frage nach. Leider sind die Kurse entweder schon ausgebucht oder haben im Gegenteil zu wenig Anmeldungen oder sie finden nur zu bestimmten Tagen statt. In einer Art Food Court im Freien, wo sich ein Mini-Restaurant ans nächste reiht, werde ich schlussendlich fündig. Die bieten Kurse auch für nur 1 Person an und ich kann sogar selber bestimmen zu welcher Tageszeit. Ist auch wesentlich günstiger als in den besseren Restaurants, bietet aber auch weniger. So geht man beispielsweise nicht zusammen auf dem Markt die Zutaten einkaufen sondern kocht einfach drauf los. Macht aber nichts. Hauptsache ich kriege einen Einblick und kann dabei etwas lernen. Ich reserviere für den nächsten Tag um 10.00 morgens. Und wenn ich schon mal da bin kann ich ja noch ein Bierchen trinken... Das wird mir vor lauter Freude über meine Reservierung (und Vorauszahlung...) gleich spendiert. Dazu kriege ich ein paar Meeresschnecken zum probieren gereicht. Die ganze Familie sitzt nämlich mit mir am Tisch und schmatzt schon die ganze Zeit vor sich hin. Mit einem riesigen Dorn von irgend einem Busch werden die Tierchen aus ihren Häuschen gepolt. Schmeckt lecker, gut gewürzt mit Knoblauch und vielen Kräutern. Zum Glück bin ich ein Allesesser...

Und heute schaffe ich es auch Hoi An by Night zu sehen. Sehr eindrücklich und wunderschön. Überall Lichter, die ganze Altstadt leuchtet vor sich hin. Am schönsten anzusehen sind natürlich die vielen Seidenlaternen, die hier überall hergestellt und verkauft werden und nun in allen möglichen Farben den Nachthimmel erleuchten. Man fühlt sich tatsächlich ein wenig wie in einer anderen Welt. 

Am nächsten Tag stehe ich pünktlich um 10.00 bei Miss Phuong Nam auf der Matte zum gemeinsamen kochen. Ihre Tochter ist auch dabei, weil die Miss kein Wort Englisch spricht. Alles ist schon parat, wir machen frittierte Frühlingsrollen und Cao Lau mit Schweinefleisch. Die sperrigen Reispapierblätter wollen bei der ersten Rolle noch nicht so ganz wie ich es gerne hätte, aber von mal zu mal geht es besser und am Schluss hab ich den Dreh raus. Das Cao Lau dauert auch nicht allzu lange und so stehen um halb zwölf 6 Frühlingsrollen und eine Schale dampfender Nudeln vor mir. Ich mag nur etwa die Hälfte essen und kriege den Rest eingepackt. Zu Hause werde ich das ganz sicher nachkochen, auch wenn bei den Gewürzen etwas improvisiert werden muss, da ich bei einer Zutat beim besten Willen nicht in Erfahrung bringen konnte, was das ist. Irgend ein weisses Granulat, schmeckt wie Bouillon Würze. Minh, wenn du das liest und weisst was es ist, bitte melden... :-) In der Zwischenzeit hat es tatsächlich zu regnen begonnen und so lasse ich den Plan mit dem Fahrrad mieten sausen und setze mich stattdessen in der Altstadt in ein gemütliches Café und trinke mit Lars aus Schweden vietnamesischen Weisswein. Er ist auch alleine unterwegs und hat sich zu mir an Tisch gesetzt weil sonst alles besetzt war. Sein Glück, denn ich konnte ihm zum Wein gleich meine übrig gebliebenen Frühlingsrollen anbieten. Das Cao Lau habe ich versteckt - mein Abendessen! Am nächsten Tag verlasse ich Hoi An und fahre mit dem Taxi zurück nach Da Nang zum Bahnhof. Meine Reise in den Süden von Vietnam beginnt...

 

Es ist eine lange Reise. Und es ist eine laute Reise. Und es ist einmal mehr eine fast schlaflose Reise. Aber es ist eine spannende Reise! 

Sie startet um 13.15 in Da Nang und endet am nächsten Morgen um 05.20 in Ho Chi Minh City, oder Saigon wie hier immer noch alle sagen. Also 16 lange Stunden. Ich habe bewusst nur einen Sitzplatz gebucht und auf den Schlafwagen verzichtet, weil ich einfach mal wissen will was in so einem Zug in so langer Zeit abgeht. Immerhin habe ich mir einen "Soft Seat", also quasi 1. Klasse, gegönnt. "Hard Seat" war dann doch zu viel des Guten. Mein 40-jähriger Allerwertester hatte protestiert und meinem Gehirn entsprechende Signale gesendet... 

Nachdem ich nun um diese Erfahrung reicher bin kann ich sagen, dass in diesen 16h wie überall in Asien und in Vietnam irgendwie im Speziellen hauptsächlich gegessen wird. Das erste Essen wird schon mal von zu Hause mitgenommen und grösstenteils schon in der Wartehalle verspeist. Quasi als Zusatz schleppt jeder noch 1-2 Becher Cup Noodles mit sich rum, man weiss ja nie... Dann kommt zum ersten mal so was wie eine Minibar durch den Zug, alle greifen begeistert zu. Es gibt Suppe, Eier, gedämpftes Gemüse, Reis, Baguette. Dann kommen die ersten beiden Stopps und an jedem Bahnhof gibt es zig dieser kleinen Verkaufsstände, die alle zu den Gleisen hin ausgerichtet sind und mehr oder weniger ausschliesslich für die Verpflegung der Bahnreisenden besorgt sind. Man steigt also aus dem Zug, sucht sich je nach Gluscht den passenden Stand aus, kauft sich sein Nudel- oder Reisgericht, steigt wieder ein und mampft munter drauf los. Ich bin immer dankbar wenn sich jemand für Reis entscheidet, weil das Geschmatze und Geschlürfe bei den Nudeln ist für europäische Ohren einfach schwer zu ertragen. Und wenn du meinst, jetzt ist sicher jeder satt, kommt wieder die Minibar mit einer neuen Auswahl an gebratenem Fleisch und - glücklicherweise - einem Kessel voller Reis. Und das ganze geht von vorne los. Daneben wird heftig diskutiert, sehr viel telefoniert, der Fernseher ( es gibt pro Wagen zwei davon) läuft in voller Lautstärke und wenn dann gegen zehn Uhr Abends doch etwas Ruhe einkehrt beginnt garantiert der Typ neben, vor- oder hinter dir lautstark zu schnarchen an. Herrlich. Aber muss man mal erlebt haben. 

10 Minuten früher als geplant (ja, richtig gelesen, wir waren nach 16 Stunden sogar zu früh dran) kommt unser Zug in Ho Chi Minh City an. Es ist zehn nach fünf in der Früh, ich muss mich erst mal etwas erholen. Wenn ich mich jetzt gleich ins städtische Getümmel stürze kriege ich womöglich die Krise. Zudem ist die Rezeption im Hotel erst ab 7 Uhr besetzt. Also setze ich mich erst mal im angenehm ruhigen Wartesaal hin und trinke in aller Ruhe - genau - einen Ice Coffee, den ich gleich um die Ecke erstanden habe. Natürlich gibt es auch gratis Wifi, ich surfe also noch etwas herum und update mich via 20Minuten App was über Nacht in der Welt so passiert ist. 

Dann fühle ich mich bereit und stürze mich ins Getümmel. Es ist kurz vor 7 und wir haben schon 27.8 Grad. Willkommen zurück in den Tropen. Rund 15 Taxifahrer und gut die doppelte Menge an Mofa-Fahrern wollen mich alle irgendwo hin bringen. Ich suche mir ein Taxi aus, meine Taschen muss ich selber im Kofferraum verstauen. Der Typ bleibt am Steuer sitzen und macht keinen Finger krumm. Danke. Nachdem wir uns zweimal verfahren haben lande ich doch noch in meinem Hotel. Natürlich ist mein Zimmer erst ab Mittag frei, also muss ich mal wieder die Zeit überbrücken. Ich sehe vermutlich ziemlich Sch...e aus, jedenfalls bietet mir der nette Herr an der Rezeption gleich an, in einem der leeren aber noch nicht geputzten Zimmer zu duschen und mich frisch zu machen. Ich ziehe mich kurz um aber verzichte auf die Dusche (macht mich in einem schmutzigen Zimmer nicht so an). Das Gepäck kann ich deponieren und so setze ich mich ins erst beste Restaurant für Kaffee Nummer 2 und 3. Dann erkunde ich ein wenig die Gegend rund um das Hotel, ich bin mitten im Backpacker-Viertel gestrandet. Allzu viel mag ich aber nicht machen, ich möchte mich einfach am liebsten etwas hinlegen und die Beine hochlagern. Es ist aber immer noch nicht Mittag und so entschliesse ich mich ziemlich sehr spontan zu einem Friseurbesuch. Irgendwas muss ich ja machen und die Haare hängen mir eh frisurlos vom Kopf runter. Und Sonne und Meer haben in den letzten Wochen ihr übriges dazu beigetragen. Also einmal schneiden bitte. Kann ja so schlimm nicht werden. Hinten recht kurz und nach vorne immer länger. Die Haare werden also kurz nass gesprüht und dann wird geschnitten. Das Resultat ist gar nicht übel und entspricht ziemlich meinen Vorstellungen. Ich bin doch etwas erleichtert. Und jetzt ist es auch nach zwölf und ich kann endlich mein Zimmer beziehen.

Ho Chi Minh City, der Einfachheit halber HCMC genannt, ist laut. Und chaotisch. Und es gibt definitiv zu viele Mofas und Roller auf den Strassen und zu viele Sonnenbrillenverkäufer drumherum. Ich sass 40 Minuten in einer Bar an einer Kreuzung und hätte 18 Sonnenbrillen von verschiedenen Verkäufern erstehen können. HCMC ist für mich der Inbegriff einer asiatischen Grossstadt geworden. Bei allem was du tun willst fragst du dich, wie das bloss funktionieren soll. Du siehst nur Chaos, aber am Ende klappt immer alles. Das hat bei mir am ersten Tag beim Überqueren der 8 spurigen Strassen ohne Ampel begonnen und am letzten mit dem Kauf eines einfachen Bustickets geendet. Es ist stehts eine Herausforderung sondergleichen, aber nach erfolgreichem Abschluss ist man extrem Stolz auf sich selber. 

 

Wirklich viele Sehenswürdigkeiten gibt es irgendwie nicht, ich bin ja aber auch nur kurze Zeit hier. Am Nachmittag des ersten Tages besorge ich mir noch ein Ticket für die Fähre, die ich dann später zwischen Rach Gia und Phu Quoc benutzen werde. Angeblich sollen die gut gebucht sein so dass man den Platz im Voraus buchen soll. In Wirklichkeit könnte man sich wohl auch problemlos am gleichen Tag am Pier für viel weniger Geld ein Ticket besorgen, aber die Reisebüros brauchen ja ihre Provisionen...

Am zweiten Tag bin ich wieder fitter und laufe kreuz und quer durch die Stadt. Besuche zwei Märkte, wie immer ein Foodmarkt und dieses mal noch ein Tourimarkt mit allem möglichen Kitsch und Dingen, die keiner braucht. Ich statte Onkel Hu einen Besuch ab und schaue mir die Notre Dame Kathedrale an. Abends hänge ich wieder in der kleinen Bar an der Kreuzung ab und staune, was für Gegenstände und vor allem wie viele Personen doch auf so ein Mofa passen. 

Am nächsten Tag fahre ich mit dem Bus weiter Richtung Süden ins Mekong-Delta nach Can Tho. Allerdings brauche ich dafür erst mal ein Ticket. Da die Busse 1-2 mal pro Stunde fahren habe ich nichts vorgebucht. Ich gehe also mit Sack und Pack zum Ticketschalter der FUTA-Buslinie, die gleich bei meinem Hotel um die Ecke ist. Die Dame am Schalter schüttelt aber den Kopf und erklärt mir, dass die Busse Richtung Süden am Westende der Stadt losfahren und drückt mir eine Adresse in die Hand. Ticket dort kaufen. Ok, kein Problem. Ich suche mir ein Taxi und lasse mich an die genannte Adresse fahren. Dort angekommen kommt es mir komisch vor, sind wir doch immer noch mitten in der Stadt und von Busbahnhof keine Spur. Immerhin gibt es aber ein FUTA Ticket-Office. Ich quetsche mich durch all die Menschen die im und vor dem Office rumstehen und kriege am Schalter tatsächlich ein Ticket. Abfahrt 10.30 sagt mir die Dame. Jetzt ist es zehn vor zehn. Ich frage von wo denn, die Antwort auf vietnamesisch verstehe ich leider nicht. Unterdessen kommen immer wieder kleine Minibusse an, die Leute strömen rein und die Busse fahren wieder ab. Aha. Das muss was zu bedeuten haben. Ich quetsche mich wieder den gleichen Weg zurück und zeige dem Typen mit Uniform und Pfeife der die Busse rein- und rausdirigiert mein Ticket. Can Tho?? Er zuckt mit den Schultern. Super. Ich frage den nächsten, keine Antwort. Beim dritten Versuch kriege ich ein Handzeichen, dass ich jetzt nach längerem Asienaufenthalt zum Glück richtig deuten kann. Es heisst nämlich nicht gehen wie bei uns sondern kommen oder hier bleiben. Ich bleibe also an Ort und stelle stehen und als der nächste Minibus kommt reisst mir der Pfeifenmann die Tasche aus der Hand, schubst mich quasi in den Bus rein und die Tasche hinten nach. Wir fahren 20 Minuten quer durch die Stadt und ich habe A keine Ahnung wo es hingeht und B nicht den blassendsten Schimmer ob ich überhaupt im richtigen Bus sitze. Schlussendlich landen wir aber tatsächlich an einem Busterminal am Stadtrand. So weit so gut. Und jetzt? Es stehen hier um die 20 orange FUTA Busse rum, alle sehen gleich aus und einer davon wird wohl meiner sein. Hinweise? Erklärungen? Anschriften? Lautsprecherdurchsagen? Weit gefehlt. Also frage ich mich wieder durch bis ich schliesslich bei meinem Bus lande. Gepäck verstauen, einsteigen, zugewiesener Platz suchen. Es ist 10.25, fünf Minuten später fahren wir tatsächlich los. Straffes Programm. Aber das Chaos hat sich mal wieder aufgelöst und ich bin stolz...

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